Chronik
1783 − 1859
Bereits 1783 existierte in Au Chroniken zur Folge eine vollkommene Musik. Sie findet zunächst als Auer Chormusik zur klangvollen Gestaltung von Gottesdiensten hohe Wertschätzung des damals in Au tätigen Pfarrers. Leiter war der neue Lehrer, der zudem ein guter Musiker und Chorsänger sein musste. Der spätere Klausner Georg Baumann fand bei seinem Amtsantritt im Februar 1793 ein blühendes Musikleben vor. Der Chor besaß nach einem Bericht des Pfarrers Erhard Landmannn alle Musikinstrumente, sogar Trompeten und Pauken. Um 1800 wurden durch einschneidende Schulreformen in Bayern die Eremitenkongregationen aufgelöst und durch weltliche Lehrer ersetzt. Um 1830 bildete sich eine Brücke von der sakralen zur weltlichen Musik bei Tauffeiern, Namenstagen und Hochzeiten im Ort. Die alljährlichen Höhepunkte bildeten die Feiern der hl. Cäcilie als Patronin der Musik und des Gesangs, zu denen nur aktive Musiker zugelassen waren.
1860 − 1945
Eine neue Ära in der Auer Blasmusik begann 1860−1870 unter dem Dirigenten und Wirtssohn Anton Andrelang (Das Gasthaus Andrelang ist noch heute die Herberge der Auer Musi). Erfahrung und Können von einer Generation an die nächste weitergeben stand schon damals im Mittelpunkt. So werden Musiker wie Josef Gasteiger genannt, die sich um den Bläsernachwuchs kümmerten. Ebenso schrieben im 19 Jhd. Musikerlegenden, Komponisten und Sänger, unter anderem Sebastian Schmid, Sebastian Niggl, Georg Bauer und dessen Bruder Franz sowie Marcellus Stigloher bedeutsam Geschichte in der Auer Musi, die bei vielen Kirchweihen, Sonnwendfeiern, Hochzeiten, Hüttenkonzerten und Vereinsbällen spielte.
1946 − 1963
Die beiden Weltkriege rissen große Lücken in die Auer Musi, die aber mit Ehrgeiz und dem Hinzutun der Dirigenten und Musiker wieder geschlossen werden konnten. Hierzu kristallisierten sich nach 1946 Größen wie Marinus Bacher, Schmoderervater Hans Bauer und Vitus Bacher heraus.
1963 − 1975
Vor allem unter der Leitung von Sepp Kotz erarbeitete sich die Auer Musi nicht nur innerhalb der Auer Grenzen, sondern auch darüber hinaus bis hin ins norddeutsche Bad Pyrmont einen beachtlichen Bekanntheitsgrad. Der aufblühende Fremdenverkehr (Sommerfrische) leistete markante Beiträge. Die Auer Musi erfreute sich auch im benachbarten Ausland stetiger Beliebtheit. In die großen Fußstapfen eines Sepp Kotz, der die Kapelle von 1963−1972 dirigierte, treten und an die Erfolge anknüpfen, bedeutete für nachfolgende Musikmeister eine große Herausforderung, der sich bis 1975 Bertl Poitner und Fritz Mayr stellten.
1975 − 2009
1975 übernahm Franz Freiwald die Aufgabe des Musikmeisters, Sepp Stuffer den Dirigentenstab der Auer Musi, die sich 1976 auch dem Musikbund von Ober- und Niederbayern im Bezirksverband Inn-Chiemgau anschloss. Herausragende Ereignisse bis zum Taktstockwechsel an Martin Maier (1997) waren die Verleihung der PRO MUSICA−Plakette durch Bundespräsident Richard v. Weizäcker 1991, sowie das 35. Bezirksmusikfest zur 210−Jahrfeier 1993. Mit zu Stuffers Errungenschaften zählt das Jahreskonzert in der Auer Turnhalle und der Musikantenkirta am Auer Musikpavillon. Traditionen, die auch von Stuffers Nachfolger Martin Maier (1997-2007) und seit 2007 Sepp Riedl jun. in vorbildlicher Weise übernommen wurden. 2008 feierte die Auer Musi ihr 225-jähriges Bestehen im Rahmen des alljährlich stattfindenden Musikantenkirtas.